Chronik 2020

Die Gründungsjahre

Nach dem ersten Weltkrieg (1914-1918), an dessen Ende der Ort Freisen 57 Gefallene zu beklagen hatte, wurde das Saargebiet im Jahr 1920 vom Deutschen Reich zunächst abgetrennt und verwaltungsrechtlich dem Völkerbund – dem Vorläufer der Vereinten Nationen – unterstellt. Damit wurden die Vorgaben des Versailler Vertrages, der das Ergebnis der Pariser Friedenskonferenz von 1919 war, umgesetzt. Aus Freisen wurde für die kommenden 15 Jahre ein Grenzort!

Mit Beginn des Krieges war der Spielbetrieb nicht nur im Fußball eingestellt worden. 5 Jahre währte diese fußballlose Zeit. Mit der Saison 1919/1920 rollte der Ball auf deutschen Fußballplätzen wieder. Die Fußballvereine an der Saar verblieben, trotz der völkerbundsrechtlichen  Sonderstellung, weiterhin Mitglieder im Süddeutschen Fußballverband und spielten in dessen Ligensystem. In der Endrunde der Deutschen Fußballmeisterschaft tauchte allerdings kein Saar-Club auf. Dort kickten Teams mit solch klangvollen Namen wie VfB Leipzig, SV Arminia Hannover, SpVgg Fürth oder VfTuR 1889 München-Gladbach! Im Endspiel standen sich dann der 1.FC Nürnberg und FC Titania Stettin gegenüber. Die „Cluberer“ gewannen mit 3:0 und holten ihre erste deutsche Meisterschaft!

In Freisen war das Jahr 1920, geschichtlich gesehen, ein einschneidendes im positiven Sinne, denn es schlug die Geburtsstunde des heutigen FC! Der Bergmann Michel Keller, so die Überlieferung, brachte den ersten Fußball ins Dorf. Schnell fand er Sportskameraden, die das Runde ins Eckige schießen wollten, der „Fußball-Grundstein“ war gelegt. …und, wie wir Deutschen nun mal sind, wurde noch im selben Jahr der erste freisener Fußballverein geründet. Der pensionierte Hüttenarbeiter Martin Röhlinger wurde zum ersten 1.Vorsitzenden gewählt! Die Namensgebung ist in den ersten Jahren nicht eindeutig… so gab es zwischenzeitlich wohl auch einmal eine DJK Freisen (Deutsche Jugendkraft, im Italienischen: Juventus) und bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges einen SV Freisen.

„Der Fußball war zu jener Zeit noch nicht in Klassen und Verbänden organisiert. Es wurden Freundschaftsspiele ausgetragen und Pokalturniere veranstaltet. Die Spieler waren ganz auf sich gestellt und erhielten keinerlei Unterstützung. Die Auswärtsspiele wurden per Rad oder per pedes besucht. Es fehlten einheitliche Trikots, Stutzen und Schuhe, so dass man meist in schwarzen kurzen Hosen und weißem Trikot spielte. Der erste Sportplatz wurde in eigener Regie hinter dem Schulgebäude angelegt. Dort kickte man bis 1958.“

Ab 1935 gehörte das Saargebiet wieder zu Deutschland, womit die Grenzlage der Freisener Dörfer aufgehoben wurde. Ende der dreißiger Jahre wurde eine Umorganisation der Fußballvereine und Ligen vorgenommen und der Fußballverein SV Freisen wurde in die Rheingau-Liga übernommen. Während des zweiten Weltkriegs war kein geordneter Spielbetrieb möglich. Erst 1946 ging es weiter…

(aus: Chronik des FC Freisen, www.wikipedia.de, Lokale Erzählung: Gemeinde Freisen).

17.02.1946

Die Gräuel und die Barbarei des 2. Weltkrieges brachten Freisen unvorstellbare Trauer… 132 gefallene Soldaten kamen nicht mehr zu ihren Familien zurück! Die Alliierten trennten im Januar 1946 das Saargebiet von Deutschland ab und das Gemeindegebiet von Freisen wurde Teil des eigenständigen Saarlandes (November 1947). Die Bevölkerung selbst suchte einen Weg zurück in die „Normalität“ eines Alltags. So fand unter anderem am 17.02.1946 in der Gastwirtschaft Jakob Becker (heute das Gasthaus Blässje) die erste Mitgliederversammlung des SV Freisen statt… schon im September desselben Jahres nahm eine Mannschaft den Spielbetrieb zunächst im Verband Mittelrhein, Kreisklasse 2, Staffel 1 des Kreises Birkenfeld , Obere Nahe auf.

Am 02.02.1947 folgte dann das nächste Ereignis, welches bis in die heutige Zeit hineinwirkt. An diesem Tag beschloss die Generalversammlung des SV Freisen die Umbenennung in „FC FREISEN“! Auch wurden BLAU und WEISS als Vereinsfarben festgelegt! Mit der Eigenständigkeit des Saarlandes wurde  der „Traditionsverein aus dem Nordsaarland“ der Kreisklasse 1 / Nordsaar zugeteilt.

Bis zur Erweiterung  der Volksschule Ende der 1950er-Jahre, wurden die Heimspiele auf dem Sportplatz hinter dem alten Schulgebäude ausgetragen (siehe Bild)… man spielte mit Lederbällen, die bei Regen schwer wie Eisenkugeln waren; auch waren Trikots und Schuhe nur sehr schwer zu beschaffen. Die von Adi Dassler zur WM 1954 entwickelten Schraubstollenschuhe blieben für die Freisener Kicker zunächst ein Traum. Apropos WM 1954… im Kader, der von Helmut Schön trainierten „saarländischen Nationalmannschaft“, die in der Qualifikation am späteren Weltmeister Deutschland scheiterte, stand leider kein Freisener Spieler!

(aus: Chronik des FC Freisen, Lokale Erzählung – Gemeinde Freisen)

Freisen, 01.07.1963.

„Die Einweihung des Freisener Sportplatzes hatte im sportlichen Bereich einen bedeutungsvollen größeren Rahmen: das 50. und letzte Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft…“ So beginnt der Artikel in der Saarbrücker Zeitung anlässlich der Einsegnung des Freisener Fußballfeldes. Mit der Gründung des Vereins wurde zunächst bis 1958 auf dem Platz hinter dem alten Schulgebäude gespielt. Im Anschluss liefen die Kicker auf dem wohl eher „ungeliebten“ Platz im „Briehl“ (heute das Gewerbegebiet der Firma Hörmann) auf… ehe man im Jahr 1963 wieder in die Schulstraße zur heutigen Spielstätte zurückkehren konnte! Der 2-spaltige Artikel in der SZ berichtet vom guten Wetter, welches dieses Ereignis begleitete,… von der Einsegnung des Hartplatzes durch Pastor Seul zu Beginn des „farbigen Eröffnungsspiels“, welches von Schiedsrichter Willy Bungert geleitet wurde und bei dem sich der FC Freisen und die Mannschaft aus Oberkirchen gegenüberstanden! „…so setzte sich das Spiel bis zum Endergebnis von 6 : 3 für Freisen fort. Es war fairer Kampf, den die an diesem Tag wirklich bessere Mannschaft auch in dieser Höhe verdient gewann.“ (aus: Saarbrücker Zeitung). Die anschließende Feier fand dann im eigens aufgestellten Festzelt ihren Abschluss.


Ein Meilenstein in der Geschichte des FC Freisen, welcher noch bis heute nachwirkt!
(Quellen: Artikel SZ, Chronik FC Freisen, „Archiv“ Edwin und Christel Heinrich)

Meister 1964

oben von links: Keller Gerd („Bonanza-Gerdi“), Jung Horst, Biegel Herbert, Müller Otto („Gipser Otto“), Klos Hans („Momba“), Klöppel Horst
unten von links: Girnus Josef („Joop“), Becker Herbert, Grünewald Eduard („Edi“), Steigner Fred, Heinrich Edwin („Geiersch Edwin“)

Im Jahr 1960 konnte der FC Freisen den Abstieg in die B-Klasse nicht verhindern… man musste die Heimspiele auf dem ungeliebten Platz im „Briehl“ austragen, wohl einer der Gründe für die schwache Punktausbeute in der Runde  59/60.

…und erst als  man 1963 den Fußballplatz wieder in die Schulstraße zurückverlegte, schien diese Last von den Schultern der Freisener Ballartisten genommen zu sein, was das Spiel der Männer in „Blau-Weiß“ natürlich beflügelte!

Die erste Spielzeit 1963/1964 war auch gleichzeitig die erste Bundesligasaison… und im Mai 1964 hatten dann die FC-Kicker, nämlich die des 1.FC Köln und die des FC Freisen, etwas gemeinsam: Sie waren Meister! Na gut, natürlich waren die Kölner „Deutscher Meister“, aber die Feier (u.a. beim Koller und beim Morbacher) in Freisen war sicherlich nur unwesentlich kleiner, wie die, in der Domstadt!

Beim FC „Kölle“ spielten damals unter anderem Wolfgang Overath, Wolfgang Weber und Hans Schäfer, klangvolle Namen, die Fußballfans in ganz Deutschland auch heute noch bekannt sind …und die Elf des Traditionsclubs aus dem Nordsaarland läutete die bisher erfolgreichste Dekade des FC Freisen ein, die erst im Jahr 1973 mit dem Abstieg aus der ersten Amateurliga des Saarlandes endete.

Meister der A-Klassen 1969


Die Saison 1968/69 war die, bis dahin erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte des FC Freisen. Mit 42:10 Punkten und 83:30 Toren gelang der Aufstieg in die zweite Amateurliga Ost. Eine „goldene“ Generation stand in den Startlöchern. In den anschließenden Spielen um die Saarlandmeisterschaft der A-Klassenmeister gewann man zunächst in St. Wendel auf neutralem Platz mit 3:2 gegen den SV Wellesweiler (Torschützen: Schmitt, Klos und Keller). Im Endspiel auf den Saarwiesen in Saarbrücken wurden die Sportfreunde aus Wehrden dann am 12.07.1969 mit 4:1 besiegt.


(aus: Chronik des FC Freisen und nach persönlichen Erzählungen bzw. Unterlagen)

1972 – Aufstieg in die 1. Amateurliga

Der größte Erfolg in der 100-jährigen Geschichte des FC Freisen war und ist der Aufstieg in die 1. Amateurliga des Saarlandes im Mai 1972 (Diese Liga stellte bis 1974 den Unterbau zur Regionalliga Südwest dar und war somit in der Gesamtligen-Hierarchie drittklassig)! Nach einer erfolgreichen und mit Höhepunkten gespickten Saison 71/72 brauchten die Freisener am 26. und letzten Spieltag der 2. Amateurliga Ost einen Sieg im Auswärtsspiel in Beeden, einem Stadtteil von Homburg, um sicher als Meister über die Ziellinie gehen zu können! Am Ende war es Oswald, der nach dem 1:1 – Ausgleich von Klos, in der 71. Minute den vielumjubelten Sieg- und damit Meisterschaftstreffer erzielen konnte! Der FC beendete die Spielzeit mit 38:14 Punkten und einem Torverhältnis von 51:34 vor Bliesen, Borussia Neunkirchen, Hasborn und Merchweiler. Heiligenwald und Wellesweiler hießen damals die beiden Absteiger in die A-Klasse. Im Kader von Spielertrainer Viktor Pilarczik standen Alfons Keller, Herbert Woth und Ernst Becker (Tor), Helmut Schäfer, Günter Klos, Hans Klos, Hansjürgen Klos, Benno Klos, Josef Girnus, Felix Becker, Gerd Keller, Raimund Oswald, Manfred Steigner, Edwin Heinrich, Benno Werle, Bernd Keller, Franz-Josef Schumacher, Klaus Recktenwald, Rudi Schaad und Arno Schwarz. Für den damaligen Vorsitzenden Alois Klos waren die Kameradschaft in diesem Kader und der rege Trainingsbesuch verantwortlich für diesen Erfolg! Im dritten Jahr nach dem Aufstieg aus der A-Klasse im Jahr 1969 wurde den Kontrahenten aus dem Osten des Saarlandes schnell klar, dass man den FC Freisen in dieser Saison auf dem Zettel haben musste… schon beim Kirmesspiel 1971 gegen die Viktoria aus St. Ingbert stand man ganz oben in der Tabelle. Vor einer stattlichen Kulisse zeigte man eine ausgezeichnete Leistung und gewann verdient mit 4:1… Tore: Klos, Schaad und Oswald (2).
Und nach dem 2:1 – Sieg gegen Illingen (Tore: Klos und Oswald) am 15. Spieltag führte man das Tableau mit 4 Punkten an! Den Platz an der Sonne gab der Traditionsverein aus dem Nordsaarland bis zum Ende nicht mehr ab und so konnte man im Mai 1972 den Aufstieg in die damals höchste saarländische Spielklasse feiern, mit der Aussicht, sich mit Vereinen wie Saar 05, Ensdorf, Friedrichsthal oder Auersmacher messen zu dürfen. Dieser Triumph machte es allerdings auch nötig, das Spielfeld von 60 mal 90m auf die Maße 70 mal 105m zu vergrößern… mit den Arbeiten wurde direkt nach dem letzten Spiel begonnen, so dass man das Heimspiel um die saarländische Meisterschaft in Oberkirchen austragen musste. Gegen den VfB Dillingen war man allerdings chancenlos! Die Saison 72/73 blieb für den FC leider die einzige in der 1. Amateurliga…. unglücklich stieg man mit nur 2 Punkten Rückstand hinter den Amateuren des FC Homburg und Teutonia Landsweiler-Reden ab. Mitaufsteiger Dillingen war die Überraschungsmannschaft dieser Runde und belegte am Ende den 3. Platz.

Das Bild zeigt die Meistermannschaft des FC Freisen bei der offiziellen Feier im Kolpinghaus im Jahr 1972!
(aus: Chronik des FC Freisen, Archiv: E. Heinrich)

Juli 1976

“Alle Erwartungen übertroffen“

“Dorffußballturnier war ein glänzender Erfolg”

So lautete die Überschrift in der Saarbrücker Zeitung im Juli 1976. Der FC Freisen hatte zum ersten Mal das Turnier unter dem Motto „Unser Dorf spielt Fußball“ ausgerichtet… und „selbst die kühnsten Erwartungen über das Gelingen des Turniers wurden übertroffen.“

„Wie begeistert die Bevölkerung die Mannschaften, die aus Vereinen, Straßen- oder Interessengemeinschaften und Thekenstammgästen resultierten, unterstützte, zeigte die stets sehr große Zuschauerzahl auf dem Sportplatz und ein quirliges Publikum im vollbesetzten Festzelt bei der Siegerehrung. Der Vorsitzende des FC Freisen, Werner Becker, Bürgermeister G. Weisgerber und Ortsvorsteher A. Schmitt ehrten als Turniersieger u.a. den TC Koller. Der Preis für das originellste Trikot ging an die Wanderfreunde Reitscheid.“

28 Mannschaftsmeldungen, darunter 2 Damenmannschaften, waren für das Dorfturnier eingegangen, mit so klangvollen Namen wie:

Dynamo Dulle, Lauer-Buwe, Hydra, Golden-Au-Rangers, Banne-Flitzer, Volley 76, Stramme Sieben, Rappelkiste und das Fußballballett Rathaus,  aber auch der Musikverein und der Kolpingverein.

 „Unser Dorf spielt Fußball“ war der Abschluss des Sportfestes im Jahr 1976, welches insgesamt 3 Tage dauerte. Das Abendprogramm im Festzelt hatte am gesamten Wochenende einiges zu bieten: das „Weekend“-Trio spielte zum Tanz auf, Benno Schmitt musizierte an der Zither und Guido Brill führte durch eine Schaueinlage der Karateabteilung des FC Freisen.

Fazit des Vorsitzenden Becker nach Turnierende: „Es waren faire Spiele! Die 2 Knochenbrüche, die das Turnier auch leider gebracht habe, sind bedauerlich, aber nicht durch ein Foul geschehen.  Im nächsten Jahr wollen wir wieder ein Turnier durchführen!“

…und „unser Dorf“ spielte noch über viele Jahre hinweg Fußball. Erst Anfang der 2000er wurde der Event eingestellt! Fast drei Dekaden war das Dorffußballturnier des FC Freisen ein fester Bestandteil und eines der Highlights im Veranstaltungskalender von Freisen!

(aus: Saarbrücker Zeitung und Archiv Edwin Heinrich)

1979 – die Jugendmannschaft D1 aus Freisen

In der heutigen Zeit würde man von der U13 sprechen… in der damaligen Zeit war der Stichtag für die Altersklasseneinteilung aber noch der 31.07. entsprechend den Schuljahren. Trainer Toni Kuhn, der zu dieser Zeit alle Jugendmannschaften des FC Freisen trainierte, hatte in diesen Tagen, insbesondere mit dem Jahrgang 1967 eine ganz besondere Truppe beisammen. Betreut wurde das Team, wie auch schon in den 5 Jahren zuvor, von Joachim Schumacher. In der Saison 78/79 wurde der Trainerstab durch Manfred Becker noch erweitert!

Im Jahr nach der verkorksten WM in Argentinien mit der „Schmach von Cordoba“, wollten die Fußballfans stabile Abwehrarbeit sehen, die einem den Ausruf „I werd narrisch“ erspart… und natürlich waren Tore und Punkte gefragt – und alles das lieferte die D1 des FC Freisen!

Sie wurde in der Spielzeit 1978/1979, mit 5 Punkten Vorsprung auf die Mannschaft des SV Hofeld, Staffelsieger der Gruppe II Blies (Nahe). Die Freisener blieben in 16 Partien ungeschlagen und schlossen die Runde mit 32:0 Punkten und 111:4 Toren ab. Beeindruckend! Erfolgreichster Torschütze war Marko Heinrich mit 46 Treffern… ihm folgte der Kapitän Dieter Klein mit 18 Buden!

Die D1 Fußball-Jugendmannschaft aus Freisen (siehe Bild): Carlo Schumacher, Volker Keller, Dirk Steinmetz, Arno Haupenthal, Frank Kühn, Betreuer Joachim Schumacher, Andre Zickfeld, Thomas Eisenhuth, Marko Heinrich, Frank Keller, Gerd Bohnenberger, Dieter Klein und Trainer Toni Kuhn

In den Siebzigern konnte der FC Freisen in einigen Spielzeiten bis zu 9 (!) Jugendmannschaften von der F – Jugend bis zur A – Jugend stellen… in den Kadern standen fast ausschließlich „Frääsemer Buwe“! Meisterschaften und „Durchmärsche“ waren in dieser Zeit an der Tagesordnung… so z.B. in der Saison, als die oben genannte D1 noch die E1 war. In dieser Spielzeit erreichten die B1, die D1 und eben auch die E1 punktverlustfrei die Herbstmeisterschaft! Erfolgreiche Jugendarbeit in blau und weiß!

1980… die Meisterschaft zum 60-jährigen Vereinsjubiläum

Nach der goldenen Ära zu Beginn der 1970er Jahre, die zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal genauer beleuchtet werden soll, fand sich der FC Freisen in der Mitte des Jahrzehnts in der „A-Klasse Nordsaar“ wieder… damals, wie auch heute noch, war und ist der Weggang von Leistungsträgern, aus welchen Gründen auch immer, oft nicht so einfach zu kompensieren. Doch seinerzeit waren die Kader der Jugendabteilung alle noch sehr gut besetzt und nach jeder Saison drängten Spieler aus der A-Jugend in den Aktivenbereich… so setzte sich eine „Freisener Erste“ häufig aus 22 Spielerbeinen aus dem Heimatdorf zusammen.

Für die Spielzeit 1979/1980 hatte man sich im Verein, nach diversen Mittelfeldplätzen in den Vorjahren einiges vorgenommen, schließlich wollte man das 60-jährige Vereinsjubiläum mit entsprechend sportlichem Erfolg feiern… und der Coup gelang. Nach einer herausragenden Rückrunde konnte man die Meisterschaft der Bezirksliga Nord (ehemals A-Klasse Nord) feiern und stieg somit in die Landesliga Nord/Ost auf! Am Ende dieser, mit dem Titel gekrönten Spielzeit beendete Hans Klos seine aktive Laufbahn, ein Spieler der das, in weiten Teilen so erfolgreiche, vorangegangene Jahrzehnt mit geprägt hatte!

(u.a. aus: Chronik des FC Freisen)

1994 – Aufstieg in die Landesliga Nord/Ost

Nach dem Aufstieg in die Landesliga im Jahr 1980 versuchte man sich zu Beginn dieses Jahrzehnts in dieser Spielklasse zu etablieren. Dies gelang den FC-Kickern zunächst besser als erwartet… so konnte man in der Saison 83/84 sogar die Vizemeisterschaft erringen. Doch nach diesem Höhenflug folgte schon in der nächsten Spielzeit die Ernüchterung: Der Abstieg in die Bezirksliga Nord war 1985 nicht zu verhindern, was aber umso ärgerlicher war, da  ein Entscheidungsspiel über Verbleib in der Liga oder Abstieg entschied, welches man in Theley vor 1000 Zuschauern gegen Teutonia Landsweiler-Reden denkbar knapp mit 1:0 verlor!

In den darauffolgenden Jahren landete der FC Freisen in der BZL immer auf Mittelfeldplätzen. Erst in der Saison 1992/93 konnte man mit Platz zwei, hinter dem Aufsteiger SV Hofeld, wieder einen Spitzenplatz erreichen. Es stand abermals eine Elf auf dem Platz, die das Potential hatte, um die Meisterschaft mitspielen zu können. Was folgte, war eine spannende Spielzeit 93/94, in der die Traditionself aus dem Nordsaarland die Meisterschaft erringen konnte.

…übrigens eine genauso spannende Spielzeit, wie die in der Bundesliga: mit nur einem Punkt Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern errang der FC Bayern seine 13. Deutsche Meisterschaft. Im Kader der Münchner standen u.a. die Herren Matthäus, Aumann, Hamann, Scholl, Labbadia, Zickler und Helmer, dem am 32. Spieltag das Phantomtor gegen Nürnberg gelang! Beim FCK stand Gerry Ehrmann im Tor und es kickten die Herren Kadlec, Lutz, Sforza, Funkel W., Brehme, Roos, Kuka und Kuntz. Letzterer wurde zusammen mit Anthony Yeboah Torschützenkönig der Saison (jeweils 18 Treffer).

Wie auch der Rekordmeister konnten die Freisener Ballartisten erst am letzten Spieltag den Titel klar machen. Im Auswärtsspiel beim SV Merchweiler konnte man den noch fehlenden Punkt einfahren und damit Wustweiler auf Distanz halten. Beim 1:1 war Lars Klos der viel umjubelte Torschütze… Mitspieler von damals meinen sich zu erinnern, dass es der einzige Treffer von Lars in dieser Saison war! Man war zurück in der Landesliga, in der man die nächsten 16 Jahre mal gegen den Abstieg  (insbesondere 2004/2005) und mal um die Meisterschaft mit spielte (1998/1999 Vizemeister).

20.05.1998

Das Jahr 1997 hatte gleich zwei Highlights für die Verantwortlichen und Anhänger des FC Freisen parat: Die zweite Mannschaft wurde im Mai 1997 Meister der Kreisliga B und stieg in die Kreisliga A Schaumberg auf und… endlich wurde auch der Bau eines neuen Rasenplatzes genehmigt! Die Erdarbeiten begannen noch im selben Jahr.

20.05.1998: Einweihung des neu angelegten Rasenvierecks!

Für das erste Spiel auf dem, nun grünen Geläuf, konnte man den Teilnehmer am Europapokal (97/98), die Bundesligamannschaft des Karlsruher SC gewinnen. Diese war wenige Tage zuvor aus der 1. Bundesliga abgestiegen und das trotz eines namhaft besetzten Kaders… da schnürten u.a. Thomas Häßler und Guido Buchwald die Fußballstiefel, der Trainer hieß bis zum März ‘98 Winfried Schäfer.

Für den Kick gegen den KSC hatte der Traditionsverein aus dem Nordsaarland eine Kreisauswahl, mit vielen Freisener Spielern zusammengestellt. Die Gäste aus dem Badischen liefen zwar nicht mit „Icke“ und „Diego“ auf, doch so klangvolle Namen, wie Sergej Kirjakow, Claus Reitmaier, Sean Dundee und Rolf-Christel Guie-Mien hatten die Ehre mit als Erste das neu eingerichtete „Wohnzimmer“ des FC Freisen, das Bruchwaldstadion zu betreten,… natürlich lag der Rasen am damaligen Tag in „1a – Horst-Germann – Qualität“ da!

Der neue Untergrund beflügelte das Spiel des FC Freisen in den folgenden Spielzeiten. So feierte man am Ende der Saison 1998/99 die Vizemeisterschaft in der Landesliga Nord/Ost… im Jahr 2002 belegten die „FC F – Kicker“ einen hervorragenden 3. Platz und verpassten damit immer nur sehr knapp den Aufstieg in die damals höchste Spielklasse des Saarlandes!

(u.a. aus: Chronik des FC Freisen, fussballdaten.de, „Bilderarchiv“ E. Heinrich)

2002 – FC Freisen 2:  Meister der Reserve

In der Saison 01/02, lieferten sich lange Zeit die Teams aus Landsweiler/R., Jägersburg und Freisen ein Kopf-an-Kopf – Rennen um den Titel. Am Ende setzte sich aber das Team um Spielertrainer Klaus-Dieter Schmitt durch und sicherte sich mit 11 Punkten Vorsprung die Meisterschaft. Ein Erfolg, zu dem alle eingesetzten 37 Spieler ihren Teil beigetragen hatten. In den 30 Spielen, sammelte man 77 Punkte und erzielte ein Torverhältnis von 151:38 Toren. Mit 47 Toren sicherte sich Peter Schäfer die Torjägerkrone, Klaus Schmitt netzte 29 Tore und Marco Heinrich erzielte 10 Tore.

2003 –  FC Freisen 2: Meister der Kreisliga B

“Der FC Freisen II will hoch hinaus. Der Vorjahresmeister in der Reserverunde möchte auch gerne in der neuen Spielzeit das Feld von oben anführen!“… nach Meinung des damaligen 1. Vorsitzenden des FCF Harald Bier war also der Platz an der Sonne durchaus machbar.

…und bereits am 2. Spieltag übernahm die „Zweite“ die Tabellenspitze, welche sie bis zum Saisonende nicht mehr abgeben sollte. Insgesamt starte man mit einer Serie von 9 ungeschlagenen Spielen in die Saison, an deren Ende ein ungefährdeter Meistertitel gefeiert werden konnte, welcher den Aufstieg in die Kreisliga A Schaumberg bedeutete!

Ein  Dankeschön geht an Klaus Schmitt für die Infos…

03. März 2002

In der Saison 2001/2002 belegte  der Landesligist aus Freisen am Anfang der Winterpause Platz 2 in der Tabelle… mit guten Aussichten um den Aufstieg in die, damals eingleisige Verbandsliga mitspielen zu können! In der Winterpause gelang dem damaligen Vorsitzenden Harald Bier dann ein ganz besonderer „Transfercoup“:  Gerd Bohnenberger – ja genau unser ehemaliger Ortsvorsteher – konnte in der „schwierigen“ Wintertransferphase vom FC Marpingen  wieder zurück zum FC Freisen geholt werden…  die „Ablösesumme“ blieb im Dunkeln, Insider sprechen aber von mehreren Ur-Pils!

Soweit eigentlich ein üblicher Vorgang… das Besondere daran war, dass der Neffe vom „Gerdsche“, der damals 23-jährige Mario Müller auch für den Traditionsverein aus dem Nordsaarland kickte! „Das Onkel und Neffe zusammen in einer Mannschaft spielen ist einmalig. Das gibt es vielleicht in der Kreisliga B, aber nicht in der Landesliga!“ so Bier beim Interview mit der Saarbrücker Zeitung. Das fand auch die SZ, was sich daran zeigte, dass ihr dieser Umstand im März 2002 einen fast halbseitigen Artikel wert war! Warum sie bei der Überschrift „Zwei für ein Freisener Halleluja“ Anlehnung an einen „Bud Spencer und Terence Hill – Film“ suchten, bleibt nach Lektüre des Berichts unklar… sollten da körperliche Übereinstimmungen eine Rolle gespielt haben? Kaum vorstellbar…

Auf jeden Fall missglückte der gemeinsame Einstand von Onkel und Neffe im weiß-blauen Dress  am 03.03.2002 leider erst mal… mit 0:3 geht das Match gegen Limbach, den späteren Meister und Aufsteiger verloren! Die Niederlage konnten auch der Libero Bohnenberger (damals 34) und der Stürmer Müller nicht verhindern. Dass am Ende aus Platz 1 nichts wurde, hing vielleicht auch damit zusammen, dass Onkel Gerd’s Daumen, eben in diesem Frühjahr, Bekanntschaft mit einem Sägeblatt machte. So oder so verblieb man auch in den folgenden Jahren in der Landesliga, was insbesondere nach dem Umbruch, den der FC-Kader nach der Saison 03/04 zu verkraften hatte, als bemerkenswert zu bezeichnen ist!

Heute laufen Mario und Gerd hin und wieder gemeinsam für die „Traditionsmannschaft“ des FC Freisen auf. Eine besondere Anekdote in der 100-jährigen Geschichte des Traditionsvereins aus dem Nordsaarland – außergewöhnlich.

(aus: SZ und persönlichen Erinnerungen von Christel und Marco Heinrich)

2010 – 90-jähriges Jubiläum

Nach dem Aufstieg 1994 spielte der FC Freisen mit wechselndem Erfolg 16 Jahre lang in der Landesliga Nord bzw. NordOst, was insbesondere nach dem Umbruch, den der FC-Kader nach der Saison 03/04 zu verkraften hatte, als bemerkenswert zu bezeichnen ist! Und es brauchte schon ein Jubiläumsjahr, um, wie schon 1980 zum 60-jährigen, wieder eine Meisterschaft feiern zu können.  In der Spielzeit 09/10 hatte der Traditionsverein aus dem Nordsaarland, nach vielen Höhen und Tiefen, wieder einen Kader beisammen, der ganz vorne mitmischen konnte! Es bedurfte auch einer ganz besonderen Saison, um am Ende als Meister der LL / NordOst festzustehen. Der FC Marpingen blieb den Kickern aus Freisen bis zum letzten Spieltag auf den Fersen… am 16. Mai 2010 hatte man – nach 24 Siegen, 6 Unentschieden und nur 4 Niederlagen – mit 78 Punkten einen Punkt Vorsprung auf den FCM. Doch der FC Freisen machte es im Saisonfinale noch einmal spannend. 3 Punkte Vorsprung hatte man nach Spieltag 32. Am 33sten kam die Viktoria aus St. Ingbert ins Bruchwaldstadion und man hoffte, den Titel auf heimischem Rasen feiern zu können. Doch, wie das so ist, man hatte sich viel vorgenommen, aber nach 90 Min. stand es nur 1:1 und der Verfolger kam bis auf eben diesen einen Punkt heran…

2 Monate später spielte die deutsche Nationalmannschaft im WM-Halbfinale in Südafrika. Die Löw-Elf, u.a. Klose, Schweini, Poldi, Lahm, Neuer, Müller, Friedrich, Mertesacker, Boateng,… hatten ein bemerkenswertes Turnier gespielt (auch ohne Ballack oder gerade deshalb?) und sich auch für die Vorschlussrunde viel vorgenommen. Doch, wie das so ist, an diesem Tag blieben Jogis Jungs hinter ihren Möglichkeiten zurück und der Treffer von Carles Puyol brachte den Spaniern den Finaleinzug! Im folgenden Spiel um Platz 3 waren die Deutschen aber wieder obenauf und gewannen, nach einer starken Vorstellung mit 3 : 2!

…und so hatte es der FC Freisen vorgemacht. Denn nach der überraschenden Punkteteilung zu Hause (Viktoria ING belegte in der Abschlusstabelle Rang 7 mit 24 Punkten Rückstand!) straffte man sich noch einmal, in der Überzeugung die Meisterschaft nicht mehr aus den Händen geben zu wollen. Beim Auswärtsspiel bekam das die DJK St. Ingbert zu spüren! Mit einem deutlichen 1:8 (!) holte der FC Freisen  die notwendigen 3 Punkte!  Die spielstärkste Mannschaft des 18er-Feldes hatte sich durchgesetzt und diese stieg zurecht in die Verbandsliga Saar auf!

Das Potential des Kaders zeigte sich auch im Saarlandpokal dieser Saison. Die  Regionalligamannschaft der SV Elversberg stellte sich im Bruchwaldstadion vor… und wie schon vor zwölf Jahren konnten die Männer in blau und weiß den hohen Favoriten gehörig ins Straucheln bringen. Vor 700 (!) begeisterten Zuschauern hatte man die Profis am Rande einer Niederlage, musste sich aber am Ende doch, denkbar knapp mit 1:2 geschlagen geben.

2015 – Wiederaufstieg in die Verbandsliga

Nach einer verkorksten Saison 2013/2014 fand man sich in der Landesliga Nord wieder. 12 Punkte Rückstand und eine Tordifferenz  von -76 zeigen deutlich, dass der Abstieg in dieser Spielzeit nicht zu verhindern war.

„…mach ich, mach ihn, er macht ihn -Mariooo Götze…“  die Weltmeisterschaft in Brasilien bestimmte den nachfolgenden Fußballsommer und brachte uns den vierten Stern.  CR7, der im ersten Spiel die Ein-Mann-Mauer Phillip Lahm abschießt – Bastian Schweinsteiger, der gegen Ghana mit seinem Auftreten den Punkt rettet – Thomas Müller, der mit seinem Treffer Klinsi das Nachsehen gibt – Manuel Neuer, der den Libero neu erfindet  und mit Per Mertesacker in die Eistonne hüpft – Mats Hummels, der die Franzosen aus dem Turnier köpft – Miroslav Klose, der beim 7:1 gegen Brasilien Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften wird – …und eben dieser Treffer in der 113. Minute! Lionel Messi und seine Argentinier im dritten Turnier hintereinander geschlagen…

… Weltmeister!

Das neu verpflichtete Trainergespann Christian Schübelin und Bastian Schad konnte von Beginn an den Schwung, den solch ein WM-Titel auch für den Amateurbereich mit sich bringt, mitnehmen und machte ab Spieltag eins  an klar, wer in dieser Spielzeit den Aufstieg in die Verbandsliga schaffen möchte, der FC aus Freisen!  Am Saisonende standen auf dem Punktekonto beeindruckende 76 Zähler zu Buche… 14 mehr als beim Tabellenzweiten aus Primstal. Wie schon bei der Meisterschaft 2010 sprach auch das Torverhältnis eine eindeutige Sprache: 105:28, die offensiv- und spielstärkste Mannschaft sicherte sich souverän  den Titel.

In den folgenden Spielzeiten belegte der Traditionsverein aus dem Nordsaarland der FC Freisen in der Verbandliga NordOst am Saisonende immer einen einstelligen Tabellenplatz, 17/18 sogar Rang vier!

© Jochen Lill